Der Begriff Erbsünde taucht immer mal wieder in Diskussion auf und wird gewöhnlich entrüstet zurückgewiesen. Der Gedanke der Erbsünde scheint mir aber nicht so absurd zu sein, wie es auf den ersten Blick aussieht.. Der Gebrauch, den die Kirche davon macht, ist allerdings pure Manipulation anderer, aber solange Menschen sich nicht entwickeln, werden sie manipulierbar bleiben. Das muß jeder gebeutelte (von Staat, Kirchen, etc.) Mensch als in seiner eigenen Verantwortung liegend betrachten.
Der Begriff "Sünde" bedeutete ursprünglich Last. Und es ist nicht zu leugnen, dass im Anbetracht des Potentials eines Menschen, seine jetzige physische Daseinsform (jetzt heißt in der mehr oder weniger bekannten Geschichte) eher eine Last ist. Die Last ist die Bedingtheit durch die Materie, die Ignoranz, Krankheit, Altern, Tod. Diese Last wird von Generation zu Generation weitergegeben und in diesem Sinne gibt es eine "Erbsünde", nur ein anderes Wort für ererbte und erworbene Konditionierung.
Die gute Nachricht ist, dass dieser cercle vicieux durchbrochen werden kann ( durch Initiation in die eigene Weisheit) und der Mensch somit Freiheit erringt - Freiheit von der Materie. Das ist keine Ablehnung materieller Zustände, die durchaus auch ihre angenehmen Seiten haben, sondern eine Relativierung. Die Freiheit wäre z.B. die Materie willentlich zu gestalten (mindplaying) und nicht ihr unterworfen zu sein in einem scheinbar linearen, unausweichlichem Prozess.
Die Kirche wird den Begriff "Erbsünde" natürlich nicht so definieren, aber sie hat ja, bisher jedenfalls, die Worte ihres deklarierten Gottes sowieso oft genug missverstanden.
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